Bruchköbel wird neu

Spatenstich im neuen Gewerbegebiet

Bruchköbel – Was lange währt, wird endlich gut: Der Spatenstich für das neue Gewerbegebiet „Im Lohfeld“ ist getan, die Besiedelung mit neuem Gewerbe kann beginnen. Bürgermeister Günter Maibach, der Erste Stadtrat Uwe Ringel und Bruchköbels Bauamtsleiter Holger Entzel vollzogen zusammen mit dem Vertreter der Planungsfirma „Land & Forst“, Frank Heuser, den öffentlichen Akt und schippten beherzt die ersten symbolischen Sandschaufeln in die erste, eigens ausgehobene Mini-Baugrube – auf dass in den nächsten Monaten noch viel Sand, Erde und Schotter bewegt werde, um das „Lohfeld“ zum erhofften Glanz zu bringen.

Die Vermarktung der insgesamt 10 ha Nettofläche (mit Straßen und Grünstreifen sind es etwa 13 ha) hat sich bereits gut angelassen. Etwa die Hälfte der Fläche hat seit August bereits Käufer gefunden. Im Mai ist mit dem Baubeginn zu rechnen. Vorwiegend Dienstleistungsbetriebe würden in das Gebiet einziehen; so seien bereits ein in der Nachbarschaft ansässiger Raumausstatter und ein Reifenbetrieb auf dem Plan.

Das gegenüber der Dreispitzhalle gelegene „Lohfeld“-Gebiet ist jahrzehntelang zu großen Teilen Bewirtschaftungsfläche zweier Gärtnereien gewesen. Die Absicht, hier Gewerbe anzusiedeln, bestand schon seit vielen Jahren, mehrere Anläufe dazu waren aber immer wieder gescheitert. So hatten sich vor Jahren schon ein Baumarkt und ein Logistik-Unternehmen ansiedeln wollen, was aber Bedenken wegen der Konkurrenz zum Innenstadthandel und wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung auf den Plan rief. Zuletzt hatte eine Frankfurter Fleischverarbeitungsfabrik Interesse an einem großen Grundstückanteil bekundet und recht weit gediehene Pläne präsentiert – die Stadt Bruchköbel entschied sich aber schließlich, die Vermarktung in Zusammenarbeit mit der „Land & Forst Projektentwicklung GmbH“ von Grund auf und konzeptionell anzugehen. Im März hatten die Stadtverordneten dazu ihr einhelliges Votum gegeben.

„Land & Forst“ hat die Vermarktung seither im Dialog mit der Stadt vorangetrieben, kümmert sich auch um die komplette Abwicklung inklusive der nötigen Vorfinanzierungen. Der Wert des gesamten Projektes wird auf 8-10 Millionen Euro geschätzt. - Als Schnäppchen könnte sich der Grundstückspreis im Lohfeld erweisen: Mit 95 Euro pro qm fühlt sich die Stadtverwaltung konkurrenzfähig gegenüber ähnlichen Projekten anderer Kommunen – vor allem weiter im Osten des Main-Kinzig-Kreises, entlang der A66, sollen Gewerbeflächen sogar noch preiswerter zu erstehen sein. Die Grundstücke werden in Parzellen ab 1.500 qm abgegeben.

Keine Chance sollen verkehrsträchtige Supermärkte haben – die Erfahrungen im „Galgengarten“, wo die große Anzahl an Publikumsmärkten bis heute die Verkehrskapazitäten stark beansprucht, haben nunmehr Vorsicht walten lassen. Am Rande des „Spatenstichs“ war auch zu erfahren, dass sich schon bald etwas bezüglich der Verkehrssituation vor dem Viadukt tun soll. An den dortigen Kreuzungsbereich wird auch das neue Gewerbegebiet angeschlossen. Simulationen mit Kreiseln und alternativen Kreuzungskonzepten waren bereits im städtischen Ausschuss studiert worden. Offenbar soll nun noch vor Jahresende eine Lösung präsentiert werden – ob es ein Radikalumbau zu einem Kreisel werden soll, oder ein neues Kreuzungskonzept, darüber schwieg sich die Stadtspitze noch vielsagend aus. Die lang ersehnte Verbesserung der Situation an diesem Verkehrsknotenpunkt wie auch an der Kreuzung nahe der „Total“-Tankstelle wäre natürlich nicht nur ein planerischer, sondern auch ein politischer Erfolg.

(Veröffentlicht im "Bruchköbeler Kurier" v.12.11.2009)

Ambitionen für Wohnen und Gewerbe

Neue städtische Flächen bis 2020

Bruchköbel – Wie in modernen Zeiten alles und jedes, so soll und will auch Bruchköbel wachsen, also mehr Gewerbeansiedlung, mehr Wohnbau ermöglichen. Das Bruchköbeler Parlament wird also bald über neue Wohn- und Gewerbeflächen, über Straßenprojekte, Freizeit- und Naturschutzräume befinden. Jedoch kann Bruchköbel bei seinen Vorhaben nicht schalten und walten, wie es will. 75 Städte und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet müssen unter dem Dach eines Regionalverbandes ihre Wünsche und damit den nötigen Landverbrauch, Straßenbau und Infrastruktur miteinander abstimmen.

Magistrat und Bauausschuss haben nun die Bruchköbeler Flächen festgelegt, auf denen bis 2020 etwas passieren soll. Betroffen von sichtbaren Veränderungen wäre vor allem der Süden der Kernstadt. Im Norden, am Harbig-Stadion, könnte in einigen Jahren eine große neue Sportfläche die augenfälligste Veränderung darstellen.

Bei der Wohnbebauung soll es zur Schließung von interessanten Baulücken kommen. So ist zwischen der Hauptstraße und der dazu parallel verlaufenden Kettelerstraße ein Filetstück entdeckt worden. Es ist dies eine rund 10.000 qm große Freifläche, die nur wenige Bruchköbeler kennen, da sie rundum von Gärten eingeschlossen ist. Das Areal ist nun als „hochwertige innerstädtische Wohnlage“ erkannt worden, „die mobilisiert werden soll, um die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung zu fördern“, so der Magistrat. Und nicht weit davon entfernt soll ein zur Straße hin gelegener Streifen des alten Festplatzes am Kirleweg für Wohnhäuser vorgesehen werden.

Deutlich ausgeprägter sind die Pläne für das südlich des Kirlegebietes gelegene Maisfeld, zwischen Bahnstrecke und Wald, bis hinunter zur Eisenbahnbrücke. Das gesamte Areal soll für Wohnbau vorgesehen werden. In der Diskussion ist auch eine spätere Umwidmung in ein Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe. Der Bauausschuss stimmte dem nur mit knapper Mehrheit zu. SPD und FDP befürchten Verkehrslärm durch Bahn und Straße.

Auch bei den Gewerbeflächen soll nicht gekleckert, sondern geklotzt werden. Noch ist das neue Gewerbegebiet „Im Lohfeld“ gegenüber der Dreispitzhalle nicht besiedelt, so wird bereits eine weitere Gewerbefläche hinzugedacht – und deren Größe wäre nicht von schlechten Eltern: Sie soll sich zwischen B45 und Bahnstrecke, von der Dreispitzhalle bis hinunter zur südlichen Waldgrenze erstrecken. Ob diese Vorstellungen des Magistrates im Planungsverband durchzusetzen sind, wurde jedoch im Ausschuss auch bezweifelt.

Die Gewerbefläche auf dem Fliegerhorstgelände nimmt dagegen konkrete Formen an. Der grösste Teil des zu Bruchköbel gehörenden Abschnittes (2/3 gehören zu Erlensee) soll als Wald und Ausgleichsfläche für anderswo getätigte Baumaßnahmen dienen – ein kleinerer Teil ist für „Freizeit“ und „Logistik“ vorgesehen. Bürgermeister Maibach strebt einen Zweckverband mit der Gemeinde Erlensee an, um für Nutzung und Steuereinnahmen des Fliegerhorsts stabile Regeln zu bekommen.

Zwei interessante neue Straßen sind ebenfalls für die nächsten 10 Jahre vorgesehen: Zum einen die Erneuerung der Kirlebrücke mit leichter Verlegung der dortigen Kurve, zum anderen eine vom Rossdorfer Pferdchen-Kreisel verlaufende Zubringerspange an die westliche B45.

Letztlich wurden aber auch Vorhaben ad acta gelegt: So verschwindet die Planung für die Rossdorfer Biogasanlage endgültig. Und ein Baugebietstreifen westlich von Rossdorf fiel im Ausschuss ebenso durch wie ein von der CDU beantragtes neues Baugebiet hinter dem Wilhelm-Busch-Ring.

Eine Besonderheit stellt das weiterhin eifrig verfolgte Bestreben des Magistrates dar, seine bereits in Teilen veraltete Mobilfunkstandortplanung im Regionalplan auf 10 Jahre festschreiben zu lassen. Dort sind verbindliche Planungen dieser Art zwar nicht vorgesehen und würden wohl auch mit Bundesrecht kollidieren. Aber der Magistrat verfolgt das Thema quasi in höherer Mission, nämlich, wie er sagt, „im Sinne des Gesundheitsschutzes“, welcher allerdings nicht näher definiert wird.

(Veröffentlicht im "Bruchköbeler Kurier" v. 8.10.2009)

Nutzung des Alten Rathauses in der Diskussion

FDP: Gesamtkonzept fehlt

Bruchköbel – Die CDU-Fraktion hatte zur letzten Stadtverordnetensitzung zwei Anträge zur Nutzung des Alten Rathauses und dessen Umfeldes gestellt – diese kamen den anderen Fraktionen jedoch zu früh. Sie wurden von der Mehrheit der Versammelten eher als Beitrag zu den Diskussionen über das zukünftige Bild des Stadtzentrums angesehen.

Dabei ging es beispielsweise um eine Umnutzung des ehemaligen Obsthaus-Pavillons neben dem alten Rathaus. Das Gebäude, das sich im Besitz der Stadt befindet, steht seit einigen Jahren leer. Die CDU wollte nun durch den Magistrat prüfen lassen, ob sich der Pavillon als „Bürgerbüro“ eigne. Den früher für das „Bürgerbüro“ in Betracht gezogenen Umbau des Rathaus-Empfangsbereiches sieht die CDU wegen der prekären Haushaltslage inzwischen kritisch.

Das ehemalige Obsthaus sei dagegen bestens geeignet, da es ebenerdig zu erreichen sei, Parkplätze und Bushaltestelle stünden zur Verfügung, so die CDU. Dieser Ansicht widersprachen jedoch die anderen Parteien und lehnten ab. Denn zunächst müsse ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Bereichs Altes Rathaus her, so urteilte etwa Gerd Jesse (FDP). Alexander Rabold (BBB) meinte, es habe keinen Sinn, das Rathaus auseinanderzugliedern. Der Erste Stadtrat Uwe Ringel bezweifelte, ob das lediglich 36 qm umfassende Gebäude überhaupt geeignet sei, es fehlten ausreichend Parkplätze, das Gebäude habe auch keine Heizung. -

Mit einem weiteren Antrag zum Alten Rathaus wollte die CDU den Magistrat prüfen lassen, ob sich das noch im Alten Rathaus befindliche Heimatmuseum als Trauzimmer eigne. Die Besorgnis der Christdemokraten: Viele Bruchköbeler Brautpaare zögen es vor, im Hanauer Schloss Philippsruhe oder im historischen Langenselbolder Rathaus zu heiraten. Mit dem Alten Rathaus im Ortskern könne die Stadt also eine Angebotslücke schließen.

Gleichzeitig schlug die CDU vor, die alte Gaststätte im Rathaus, für die sich offenbar kein Pächter auftreiben lässt, nunmehr auszuräumen und in einen Veranstaltungsraum für Vereine umzubauen. Diese Idee griff auch die Fraktion der SPD auf und brachte die Nutzung zum Beispiel auch für Jugendarbeit in die Diskussion. Letztlich kam ein Änderungsantrag der FDP zum Tragen – deren Sprecher Jesse mahnte nämlich abermals an, zunächst ein Gesamtkonzept für das Rathaus zu erarbeiten, bevor Einzelfallentscheidungen getroffen werden.

(Veröffentlicht im "Bruchköbeler Kurier" v. 1.10.2009)

Neue Sporthalle – Konzept vorgestellt

Doppelhalle auf Schulgelände

Bruchköbel – Auf dem Gelände der Heinrich-Böll-Schule wird aller Voraussicht nach eine neue Sporthalle entstehen. Die alte Halle hinter dem Hartplatz soll abgerissen werden. Die neue Halle wird mit Mitteln des Bundes-Konjunkturprogrammes finanziert. Sie ist eines der Projekte, das Bruchköbel für die Verwendung der Mittel beantragt hatte. Vor dem Bauausschuss des Stadtparlamentes wurden inzwischen erste Modellzeichnungen der Halle vorgestellt. Ihr Standort wird auf dem Platz der alten Halle sein, sie soll aber wesentlich länger gestreckt errichtet werden, entlang der Stirnseite des sich direkt dahinter anschließenden Stadiongeländes.

Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass es sich um eine Doppelhalle handeln wird, bestehend aus einer Normhalle mit Hallensport-üblicher teilbarer Feldgröße, und aus einem von dieser Halle separat gehaltenen kleineren Gebäudeabschnitt, der vor allem für den Tischtennissport zur Verfügung stehen soll. Beide Gebäudeteile trennt ein Eingangsfoyer, das wahrscheinlich auch einen Ausgang zum Stadiongelände hin erhalten wird. Auf diese Weise kann zusätzlicher Nutzen bei großen Stadion-Sportveranstaltungen entstehen, wenn es etwa um notwendigen Umkleidekabinenplatz und Duschen geht.

Der Zeitplan sieht vor, dass es bis zum Ende des Jahres, nach der Planungs- und Genehmigungsphase im Herbst, zur Ausschreibung und Vergabe der Leistungen kommen soll. Nur wenn das Projekt noch in diesem Jahr begonnen wird, kann auch die Förderung in Anspruch genommen werden. - Die Sporthalle wird durch Vereine und Schule genutzt werden.

Die Verwaltung der Halle wird voraussichtlich dem Main-Kinzig-Kreis unterliegen, weswegen die bestehenden Nutzungsregeln und Sparmaßnahmen für den Betrieb aller Hallen im Kreis greifen werden – etwa die, dass in den Sommermonaten in den Hallen nur „rohrwarm“, also kalt, geduscht werden darf, um Energie einzusparen. Der erste Stadtrat Uwe Ringel erläuterte dazu, dass auch der Betrieb einer Solar-Warmwasserbereitung hiergegen keine Abhilfe bieten würde, weil es immer wieder nur zu einer stoßweisen Nutzung kommt und die eher trägen Solar- und Warmwasserspeicher bei dieser Art der Nutzung keinen wirtschaftlichen Vorteil bieten.

(ARCHIV / veröff. im "Bruchköbeler Kurier" v. 9.7.09)

Neue Konzession vergeben

Hanauer Straßenbahn beendet Busverkehr nach Bruchköbel

Bruchköbel – Die Stadtverordneten haben inzwischen dem Abschluss eines neuen Vertrages für die Sicherstellung der Buslinie nach Hanau zugestimmt. Der neue Fahrplan, der rund 200.000 Euro jährliche Einsparungen bringen soll, wurde in der Sitzung der Stadtverordneten auch verhalten kritisiert, weil es Fahrzeit-Ausdünnungen gebe. Doch wurde auch die neue Einrichtung einer direkten Linie zum Wilhelmsbader Bahnhof begrüsst. - Als Ergebnis einer Ausschreibung war eine Arbeitsgemeinschaft verschiedener Buslinienbetreiber als günstigster Bieter für die Buslinie MKK33 herausgekommen.

Der neue Vertrag mit der Kreisverkehrsgesellschaft ist formal seit 1. Juni in Kraft. Die bisher den Bruchköbelern vertraute Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) hatte bei diesem Wettbewerb nicht mehr mitgeboten und beendet als Konzessionärin die Bedienung der Buslinie zwischen Bruchköbel und Hanau. Die über mehrere Jahrzehnte gewohnte Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bruchköbel, der HSB und seit Gründung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) geht damit für diese Buslinie zu Ende. Seit Oktober 1950 bediente die HSB von Hanau aus den heutigen Bruchköbeler Stadtteil Roßdorf. Die Linien nach Bruchköbel wurden dabei immer als zum Grundnetz der Stadt Hanau gehörig betrachtet. Mit Einführung des RMV setzte allmählich ein Wandel ein. Das Land Hessen setzte auf den Wettbewerb im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), und neue Kriterien wurden verpflichtend: Wenn eine Kommune eine ÖPNV-Leistung wünscht, muss sie diese bestellen und bezahlen.

Der Wettbewerb im ÖPNV war am Ende ausschlaggebend dafür, dass sich die HSB nicht mehr für die Ausschreibung der Konzession zwischen Bruchköbel und Hanau bewerben wollte. Die EU-Kriterien lassen bei Stadtverkehren wie in Hanau eine Wiederbeauftragung ohne Ausschreibung zu. Dazu gehört, sich hauptsächlich auf das eigene Stadtgebiet zu beschränken. Um die Vergabe des städtischen Busnetzes an ihr Busunternehmen nicht zu gefährden, entschloss sich die Stadt Hanau, die Bedienung zwischen Bruchköbel und Hanau nach Ablauf der Konzession am 31. Mai 2009 zu beenden.

Für die Fahrgäste, so heisst es, bleibe dennoch zunächst weitgehend alles beim Alten. Denn es sind weiter die rot-gelben Busse der HSB im gewohnten Fahrplan und mit dem elektronischen Bezahlsystem „get in“ zwischen Hanau und Bruchköbel unterwegs. Die HSB unterstützt die neue Arbeitsgemeinschaft Heuser/Rack/Stroh bis November 2009 sogar mit Fahrpersonal. „Wir helfen dem neuen Konzessionsinhaber der Linie MKK-33 gerne, bis seine bestellten neuen Busse in Betrieb gehen können“, versichert Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky als HSB-Aufsichtsratsvorsitzender. Er schränkt allerdings ein: „ Das ist in diesem Umfang nur für einen begrenzten Zeitraum möglich.“ Denn spätestens im November 2009 gehen mehrere Fahrer der HSB in Altersteilzeit, so dass die HSB ab diesem Zeitpunkt kein Personal mehr für die Linie MKK-33 bereit stellen kann. „Diese Unterstützung der Stadt Hanau unterstreicht nochmals die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hanau und der Stadt Bruchköbel im Bereich Busverkehre in den vergangenen 50 Jahren", stellt Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach fest. Da mit dem neuen Anbieter kein Unbekannter in der Region die Nachfolge der HSB antrete, ist sich Bürgermeister Maibach „sicher, dass der Übergang reibungslos erfolgen wird“. Schließlich fahre mit der Firma Rack einer der drei Konsorten nun schon seit mehreren Jahren die Linie 30 in Bruchköbel und habe sich als Dienstleister rund um den Busverkehr über die Jahre bewährt.

(ARCHIV / veröff. im "Bruchköbeler Kurier" v. 18.6.09)

Unverhoffter Geldregen

Konjunkturpaket auch für Bruchköbel

Bruchköbel – Die Wirtschaftskrise als verspätete Weihnachtsbescherung: Wie alle Kommunen im Main-Kinzig-Kreis darf nun auch Bruchköbel vom Konjunkturpaket der Bundesregierung profitieren. Ein „Sonderinvestitionsprogramm“ soll die Folgen der Wirtschaftskrise abmildern.

Bürgermeister Günter Maibach hat den Stadtverordnetenfraktionen dazu inzwischen detailliertere Informationen gegeben. An den Main-Kinzig-Kreis sollen insgesamt 87 Millionen Euro ausgeschüttet werden. Rund 30 Millionen davon sind für kommunale Projekte bestimmt, sollen also den Gemeinden und Städten direkt übergeben werden. Bei ungefähr 400.000 Einwohnern im Kreis dürften es also für Bruchköbel rechnerisch um etwa 1,5 Millionen Euro gehen. 57 Millionen kann der Landkreis direkt einsetzen, zum Beispiel für Investitionen in den Schulen.

Die Verteilung an die Städte und Gemeinden wird nach der Einwohnerzahl ermittelt. Dazu müssen von den Kommunen die konkreten Projekte benannt werden, in die die Gelder hineinfließen sollen. Gefördert werden Infrastruktur-Vorhaben, wie zum Beispiel solche in Sport-, Kindertagesstätten, in kulturelle Einrichtungen, in den Brandschutz. - Um an das Geld zu gelangen, müssen somit konkrete, förderfähige Maßnahmen benannt werden, also Projekte, welche die Stadt Bruchköbel etwa zur Innenstadtgestaltung, für Renovierungen durchführen will. Nicht förderfähig ist die direkte Finanzierung von Grundstückskäufen.

Die Gelder für die Maßnahmen müssen bis zum 23. April beim Kreisausschuss beantragt werden, also ist Eile geboten. Deswegen haben die Stadtverordneten beschlossen, die städtischen Vorhaben bis zum 21. April festzuklopfen und antragsfähig zu machen – auf diesen Termin ist folglich die nächste Versammlung der Stadtverordneten vorgezogen worden. Zuvor wird eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stattzufinden haben.

Der BBB und die SPD hatten zum gleichen Thema bei der letzten Sitzung der Stadtverordneten Anträge vorgelegt. Damit die Stadt rechtzeitig an die Mittel aus dem Konjunkturtopf komme, solle kurzfristig eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Magistrates, aus den Fraktionsvorsitzenden sowie MitarbeiterInnen der städtischen Fachabteilungen gebildet werden, so die SPD. Diese Arbeitsgruppe soll nach dem Willen der SPD die wichtigsten Maßnahmen herausfinden, damit der städtische Antrag fristgerecht vorgelegt werden kann.

Der BBB war in seinem eigenen Antrag bereits mit Ideen zu konkreten Projekten vorgeprescht, zum Beispiel energietechnischen Maßnahmen in den Kindergärten, um Heizkosten einzusparen. Auch die Finanzierung des Feuerwehrgerätehaus-Neubaues in Oberissigheim will der BBB über das Konjunkturgeld abwickeln lassen.

(ARCHIV - veröff. im "Bruchköbeler Kurier" v. 26.3.09)

Kriminalität im Stadtgebiet gesunken

Polizeistation für Bruchköbel?

Bruchköbel – Könnte es zu einer Verlegung der Polizeistation II Hanau nach Bruchköbel kommen? Die Option scheint derzeit aussichtsreich im Gespräch zu sein. So jedenfalls kann man eine Aussage des Bürgermeisters verstehen, dem zum Thema herausrutschte, es seien Gespräche mit den zuständigen Landesgremien im Gange, über die eigentlich Vertraulichkeit vereinbart gewesen sei. Die nötigen Unterlagen seien inzwischen an das Ministerium gereicht worden. Ein Beschluss der Stadtverordneten mit der gleichen Zielsetzung sei deswegen nicht hilfreich.

„Wir sind bei dem Thema schon weiter“, so der Bürgermeister in Richtung der SPD, die einen Antrag der FDP, für den derzeitigen Polizeiposten längere Öffnungszeiten einzurichten, aufgegriffen hatte. Die SPD wollte diesen Antrag mit ihrem Vorschlag toppen, die Hanauer „Polizeistation II“ nach Bruchköbel zu verlegen. Ähnliches hatte auch der BBB gefordert, der den derzeitigen Polizeiposten in der Innenstadt zu einer echten Polizeistation heraufgestuft sehen wollte. Letztlich einigten sich die Fraktionen von SPD, BBB und FDP auf den Antrag der SPD: Magistrat und Bürgermeister sollen sich darum bemühen, die Polizeistation Hanau II nach Bruchköbel zu holen.

Diesen Antrag wollen alle drei Fraktionen als Rückenstärkung für den Bürgermeister verstanden wissen. Der allerdings, so wurde deutlich, hätte viel lieber die leisen Sohlen der Diplomatie bevorzugt - und hat sich eventuell durch seinen Lapsus der vorzeitigen Bekanntgabe darum gebracht, im Erfolgsfall exklusiv ins Rampenlicht strahlen zu können.

Bemerkenswertes hatte der Bürgermeister aber auch zuvor schon über die Kriminalitäts-Situation in Bruchköbel bekanntgegeben. Dabei griff er die Behauptung der FDP auf, derzufolge es „in letzter Zeit in den Abend- und Nachtstunden, sowie an Wochenenden vermehrt zu Sicherheitsrisiken gekommen“ sei. Auch die SPD hatte in ihrem Antrag dramatisch von „zunehmenden Übergriffen in Bruchköbel“ gesprochen, wo „auf Veranstaltungen zunehmend stärkerer Polizeieinsatz“ nötig werde. Bürgermeister Maibach hat nun deswegen ein Gespräch mit dem Polizeidirektor der Dienststelle Hanau II, Bernd Krinzinger, geführt. Nach dessen Worten sei die Verlängerung der Dienstzeiten im derzeitigen Polizeiposten nicht zu rechtfertigen. Das hänge mit der im Vergleich zu Nachbargemeinden guten Polizeiversorgung und mit den gesunkenen Kriminalitätszahlen in der Stadt zusammen. Im Vergleich 2008 gegenüber 2007 seien zum Beispiel die Fälle von Körperverletzung um 50% zurückgegangen, Wohnungseinbrüche um 69%, PKW-Aufbruchsdelikte um 28%. Nur bei Sachbeschädigungen sehe man einen Anstieg – insbesondere bei Graffiti habe es zwar einen deutlichen Anstieg von 0 auf 52 Vorkommnisse gegeben, der aber einer inzwischen eingegrenzten Tätergruppe zuzuschreiben sei. Die Aufklärungsquote ist auf 60% angestiegen.

Die Verlängerung der Öffnungszeit des Polizeipostens sei daher nicht sinnvoll. Etwas anderes, und dies wurde in der Diskussion am Dienstag deutlich, würde die komplette Verlegung einer ganzen Polizeistation nach Bruchköbel bedeuten. Diese hätte nicht alleine den Zweck der Präsenz für Bruchköbel, sondern wäre dann für die nähere Region zuständig – was nicht zuletzt den Status der Stadt als Mittelzentrum aufwerten würde.
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Phantasie und Fakten

Kommentar von Jürgen Dick

Politiker machen sich leider immer wieder gerne interessant mit Schilderungen über Bedrohungen und mangelnde Sicherheit. Schon seit einiger Zeit geistern in Bruchköbel Aussagen umher, es gehe mit der Sicherheit bergab, die Bürger fühlten sich nicht mehr wohl und trauten sich buchstäblich nicht mehr aus dem Haus.

Diesen Eindruck teilt aber nicht jeder Bürger, und die Zahlen, die der Bürgermeister am Dienstag frisch aus der Polizeistatistik präsentierte, zeigen, dass es in der Tat keinen Grund gibt, die unzweifelhaft vorhandenen Fälle krimineller Delikte zu einem breiten Bedrohungsszenario aufzubauschen, das mit der Realität nichts zu tun hat. Signifikante Kennziffern (Ein-, Aufbrüche, Körperverletzung) sind im Jahresvergleich deutlich geschrumpft.

Da fragt man sich, woher SPD und FDP ihre gegenteiligen Aussagen herbekommen haben. Die SPD hatte vor nicht langer Zeit sogar einen
„Präventionsrat“ einberufen wollen, der vor den beliebten Stadtfesten, die man anscheinend demnächst als Krisenfall zu begreifen hat, die Gefahrenlage erörtern soll.

Bei der Bewertung von Einzelfällen ist oftmals das subjektive Empfinden der Gradmesser aller Dinge, was insbesondere dann verständlich ist, wenn man selbst Opfer wird. Die Fallzahlstatistiken sind aber meist weniger aufregend. Und wenn es um angemessene Prävention und Effizienz geht, ist Bauch statt Kopf nicht immer der beste Ratgeber. Dem Bürgermeister ist zu danken, dass er zwischendurch einmal der Nüchternheit den ihr gebührenden Raum gegeben hat.

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(ARCHIV / veröffentlich im "Bruchköbeler Kurier" vom 15.1.09)

Bahnhofsbereich völlig neu

Arbeiten haben begonnen

Bruchköbel – Für den Bruchköbeler Bahnhof ist ein Ende der Sackgassen-Situation in Sicht, in der sich der gesamte Bahnhofsbereich bis heute befindet.

Der Erste Stadtrat Uwe Ringel sieht in den jetzt angelaufenen Umbaumaßnahmen einen Schritt hin zu dem erklärten Ziel „Wir holen den Bahnhof in die Stadt“. Die verbesserte Erreichbarkeit und die höhere Attraktivität des Bahnhofsumfeldes könnte den Bruchköbeler Bahnhof in Zukunft zu einer besser akzeptierten Anlaufstelle etwa für Berufspendler und Schüler machen.

Während einer Bürgerversammlung hat Uwe Ringel gemeinsam mit dem Planungsingenieur Sehring das Vorhaben zur Umgestaltung des Bahnhofsbereiches vorgestellt. Die Umbaumaßnahmen sind inzwischen bereits in Gang gekommen. Sie betreffen zum einen die neue Herrichtung des Verlaufs der Höhenstraße sowie die Neugestaltung des Parkplatzbereiches vor dem Bahnhof.

Weiterhin gehören auch der Neubau eines Kreisels sowie der im Moment laufende Umbau der Brücke Geschwister-Scholl-Straße zu dem Bahnhofs-Projekt.

An der Kreuzung Bahnhof-/Hammersbacherstraße wird seit Jahren die komplizierte Verkehrsführung beklagt. Hier haben nun die Arbeiten zur Errichtung eines rund 23 Meter durchmessenden, also recht großzügig geplanten Kreisels begonnen, der die Zufahrt zum Bahnhof flüssiger gestalten soll. Auch für Fußgänger und Radfahrer soll die Situation an dieser Stelle überschaubarer werden, etwa durch das Anlegen mehrerer Fussgängerübergänge.

Eine deutliche Änderung wird sich vor allem für den bisherigen Verlauf der Höhenstraße ergeben. Diese wird in Zukunft, wenn man von der Brücke oberhalb des Bahnhofs nach rechts abbiegt, direkt vor den Bahnhof führen und dort mit der Bahnhofstraße verschmelzen. Auf diese Weise entsteht also eine neue Verbindungsstraße, die zweispurig befahrbar sein wird. In Zukunft kann man also vom Kreisel im Südbereich vorbei am Bahnhof bis hinauf zur Brücke eine vollwertig zweispurig gestaltete Streckenführung nutzen.

Vor dem Bahnhof selbst wird ein großzügiger Parkplatzbereich angelegt, der in Zukunft einfacher erreichbar ist und für Pendler auch parkfreundlicher gestaltet sein soll als die derzeitige Lösung. Es könnte auch noch eine „Kiss-and-Ride“-Spur hinzukommen, die zum Beispiel das allmorgentliche „Abladen“ von Schulkindern vereinfachen würde.

Beim Zeitplan haben sich die Stadtoberen ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis Ende Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Im Zuge der Umbauarbeiten wird es zeitweise zu Straßensperrungen kommen. Die Haupt-Umleitungsstrecke wird am Schwimmbad vorbei über die Röntgenstraße verlaufen.

2007er Bürgermeisterwahl
2008er Haushalt
2009er Haushalt
2010er Haushalt
2011er Haushalt
2011er Kommunalwahl
2012 2013er Haushalt
2013er Bürgermeisterwahl
2014er Haushalt
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