26
Jan
2012

Der 90. Geburtstag des HGV

Bruchköbel – Schon das Betreten des Veranstaltungsraumes zum Neujahrempfang des HGV war ein Erlebnis: Man schritt hinein in das Bürgerhaus Oberissigheim, das von der Niederissigheimer Gärtnerei Itt festlich und überaus geschmackvoll dekoriert war. Die Besucher wurden dann durch ein kleines Fotoatelier-Portal des Bruchköbeler Fotografen Daniel Sauerstrom gelotst. Jede/r würde am Ende der Veranstaltung eine Portraitaufnahme seinerselbst überreicht bekommen, das hatte das Team von Foto Wagner organisiert.

Und dieser Neujahrsempfang war ja überhaupt ein Besonderer: Es galt 90 Jahre Handwerker- und Gewerbeverein zu feiern. Die „90“ prangte denn auch von der Bühne herunter. Von dort gab Monika Flor, seit 2009 die Vorsitzende des HGV, den Gästen in einer lebendigen Eröffnungsrede einen Abriss über die Ereignisse des abgelaufenen Jahres – dabei die Geschehnisse in der Welt mit den Rückwirkungen auf Bruchköbel, auf hiesige Politik und Geschäftsleben verknüpfend. Insbesondere die nun beginnenden Planungen zur „Neuen Mitte“ haben es dem HGV angetan. Die anstehende Grundrenovierung der Innenstadt bietet dem Gewerbe in Bruchköbel Hoffnung darauf, daß die Stadt als Einkaufszentrum und Anziehungspunkt aufgewertet wird. Zuvor wird man allerdings durch die Durststrecke monatelanger Bauarbeiten und Straßensperrungen hindurch müssen – die Sorge darüber war in Monika Flors Vortrag nicht zu überhören.

Viele prominente Gäste waren gekommen, um dem HGV zu gratulieren. So gab etwa der neue Kreisbeigeordnete André Kavai (SPD) ein Grußwort auf – ein übrigens erstaunlich guter, freisprechender politischer Redner, der bereits im Fokus der SPD-Talentscouts gelistet sein dürfte.

Der Bruchköbeler Bürgermeister Günter Maibach sagte für 2012 wichtige Schritte nach vorn voraus. Er fokussierte auf die Planung der Neuen Mitte, die zu einem Mehr an Geschäften und Angeboten für Arztpraxen führen soll, und erwähnte die Entwicklung des Fliegerhorstgeländes, wo sich möglicherweise ein großes Logistikunternehmen ansiedeln wird. Trotz der vielen Bauarbeiten sollen die meisten Stadtfeste in 2012 stattfinden können, hob Günter Maibach hervor.

Monika Flor und ihr Stellvertreter Axel Gusenda gaben dann einen besonderen Auftritt auf der Bühne des Bürgerhauses zum Besten: Sie referierten, platziert auf einem Loriot-Kanapee, über die Geschichte des HGV, schilderten Anekdoten aus der Gründerzeit mit den ersten Vorsitzenden des damals noch jungen Vereins. Und man weckte Erinnerungen an die erste Bruchköbeler Messe in den 70er Jahren und die vielfältigen Aktivitäten, die z.B. zur Eröffnung des Bruchköbeler Weihnachtsmarktes führten – heute als Fixpunkt im städtischen Jahreskreislauf nicht mehr wegzudenken. Die letzten drei Vorsitzenden -Michael Leistner, Roland Schramm und der heutige Bürgermeister Günter Maibach- wurden dann noch einmal auf die Bühne gebeten und erhielten ein Fläschchen Bruchköbeler Apfelsecco überreicht.

Ein besonderes Bonbon mit rund 150 Gästen war der Auftritt des Bruchköbeler Theaters „kokomiko“. Die beiden Akteure führten eine eigens für diesen Abend adaptierte Version des Sylvesterstückes „Dinner for One“ auf, mit dem zum Anlass passenden Nebentitel: „Der 90. Geburtstag“. Dabei handelt es sich um jene immer wieder zu Sylvester in den deutschen Fernsehprogrammen gezeigte Bühnensatire über Menschen, die versuchen, den Gang der Zeiten aufzuhalten – „wir machen es wie jedes Jahr“ ist sozusagen der Schlüsselsatz im Stück. Die Künstler müssen ihn augenzwinkernd gemeint haben, denn ein Verein wie der HGV muss ja bestrebt sein, sich fortzuentwickeln.

Dieser Prozess scheint auch beständig im Gange zu sein. Inzwischen steht dem HGV mit dem Bruchköbeler Stadtmarketing-Verein ein gewichtiger Partner an der Seite, und die Stadt selbst hat ebenfalls eine Stadtmarketing-Gesellschaft gegründet. Das ursprüngliche Anliegen, das zur Gründung des HGV führte -nämlich: das Geschäftsleben ins Zentrum des Interesses zu rücken-, es ist offensichtlich begriffen worden. Man kann das, wenn man will, als Erfolgsstory mit nachhaltiger Wirkung ansehen.

(Archivtext. Veröffentlicht im "Bruchköbeler Kurier" vom 26.1.2012)

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