10
Okt
2009

Ambitionen für Wohnen und Gewerbe

Neue städtische Flächen bis 2020

Bruchköbel – Wie in modernen Zeiten alles und jedes, so soll und will auch Bruchköbel wachsen, also mehr Gewerbeansiedlung, mehr Wohnbau ermöglichen. Das Bruchköbeler Parlament wird also bald über neue Wohn- und Gewerbeflächen, über Straßenprojekte, Freizeit- und Naturschutzräume befinden. Jedoch kann Bruchköbel bei seinen Vorhaben nicht schalten und walten, wie es will. 75 Städte und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet müssen unter dem Dach eines Regionalverbandes ihre Wünsche und damit den nötigen Landverbrauch, Straßenbau und Infrastruktur miteinander abstimmen.

Magistrat und Bauausschuss haben nun die Bruchköbeler Flächen festgelegt, auf denen bis 2020 etwas passieren soll. Betroffen von sichtbaren Veränderungen wäre vor allem der Süden der Kernstadt. Im Norden, am Harbig-Stadion, könnte in einigen Jahren eine große neue Sportfläche die augenfälligste Veränderung darstellen.

Bei der Wohnbebauung soll es zur Schließung von interessanten Baulücken kommen. So ist zwischen der Hauptstraße und der dazu parallel verlaufenden Kettelerstraße ein Filetstück entdeckt worden. Es ist dies eine rund 10.000 qm große Freifläche, die nur wenige Bruchköbeler kennen, da sie rundum von Gärten eingeschlossen ist. Das Areal ist nun als „hochwertige innerstädtische Wohnlage“ erkannt worden, „die mobilisiert werden soll, um die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung zu fördern“, so der Magistrat. Und nicht weit davon entfernt soll ein zur Straße hin gelegener Streifen des alten Festplatzes am Kirleweg für Wohnhäuser vorgesehen werden.

Deutlich ausgeprägter sind die Pläne für das südlich des Kirlegebietes gelegene Maisfeld, zwischen Bahnstrecke und Wald, bis hinunter zur Eisenbahnbrücke. Das gesamte Areal soll für Wohnbau vorgesehen werden. In der Diskussion ist auch eine spätere Umwidmung in ein Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe. Der Bauausschuss stimmte dem nur mit knapper Mehrheit zu. SPD und FDP befürchten Verkehrslärm durch Bahn und Straße.

Auch bei den Gewerbeflächen soll nicht gekleckert, sondern geklotzt werden. Noch ist das neue Gewerbegebiet „Im Lohfeld“ gegenüber der Dreispitzhalle nicht besiedelt, so wird bereits eine weitere Gewerbefläche hinzugedacht – und deren Größe wäre nicht von schlechten Eltern: Sie soll sich zwischen B45 und Bahnstrecke, von der Dreispitzhalle bis hinunter zur südlichen Waldgrenze erstrecken. Ob diese Vorstellungen des Magistrates im Planungsverband durchzusetzen sind, wurde jedoch im Ausschuss auch bezweifelt.

Die Gewerbefläche auf dem Fliegerhorstgelände nimmt dagegen konkrete Formen an. Der grösste Teil des zu Bruchköbel gehörenden Abschnittes (2/3 gehören zu Erlensee) soll als Wald und Ausgleichsfläche für anderswo getätigte Baumaßnahmen dienen – ein kleinerer Teil ist für „Freizeit“ und „Logistik“ vorgesehen. Bürgermeister Maibach strebt einen Zweckverband mit der Gemeinde Erlensee an, um für Nutzung und Steuereinnahmen des Fliegerhorsts stabile Regeln zu bekommen.

Zwei interessante neue Straßen sind ebenfalls für die nächsten 10 Jahre vorgesehen: Zum einen die Erneuerung der Kirlebrücke mit leichter Verlegung der dortigen Kurve, zum anderen eine vom Rossdorfer Pferdchen-Kreisel verlaufende Zubringerspange an die westliche B45.

Letztlich wurden aber auch Vorhaben ad acta gelegt: So verschwindet die Planung für die Rossdorfer Biogasanlage endgültig. Und ein Baugebietstreifen westlich von Rossdorf fiel im Ausschuss ebenso durch wie ein von der CDU beantragtes neues Baugebiet hinter dem Wilhelm-Busch-Ring.

Eine Besonderheit stellt das weiterhin eifrig verfolgte Bestreben des Magistrates dar, seine bereits in Teilen veraltete Mobilfunkstandortplanung im Regionalplan auf 10 Jahre festschreiben zu lassen. Dort sind verbindliche Planungen dieser Art zwar nicht vorgesehen und würden wohl auch mit Bundesrecht kollidieren. Aber der Magistrat verfolgt das Thema quasi in höherer Mission, nämlich, wie er sagt, „im Sinne des Gesundheitsschutzes“, welcher allerdings nicht näher definiert wird.

(Veröffentlicht im "Bruchköbeler Kurier" v. 8.10.2009)

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