7
Nov
2008

Lösungen für das Nadelöhr

„Lohfeld“ in der Diskussion

Bruchköbel – Die Entwicklung des gegenüber der Dreispitzhalle gelegenen Gewerbegebietes „Im Lohfeld“ (heutiges Gärtnereiengebiet) schreitet zäh, aber bestimmt voran. Im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss, dem Beratungsgremium des Stadtparlamentes, tagten am Dienstag die Abgeordneten zum Thema. Dabei setzte es auffallend viele skeptische und auch mahnende Stimmen. Dies wohl angesichts der auch heute schon sichtbaren Verkehrsprobleme, die das angrenzende Gewerbegebiet „Galgengarten“ seit Jahren mit sich bringt. Hier kommt es bis heute ständig zu Beschwerden, nicht nur aus der Bevölkerung, sondern auch von den Gewerbetreibenden, wie selbst die städtische Verkehrsbehörde kritisch festgestellt hat.

Insbesondere die Kreuzung vor dem Viadukt könne den Verkehr zu verschiedenen Tageszeiten nicht ausreichend verarbeiten; immer wiederkehrende Autostaus sind die Folge. Und weil nun auch das neue Lohfeld-Gebiet über den Knotenpunkt vor dem Viadukt an den Verkehr angeschlossen werden soll, dürfte sich die Nadelöhr-Situation vor dem Viadukt jedenfalls nicht entspannen.

Entsprechend kritisch fielen die Fragen der Ausschussmitglieder an die Vertreter des Magistrates sowie an zwei anwesende ExpertInnen beteiligter Planungsbüros aus. Stadtrat Ringel erläuterte, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben worden ist. Dafür sind gerade Verkehrszählungen durchgeführt worden. Als nächster Schritt wird eine Computersimulation für den Fall einer Kreiselanlage wie auch für den Fall einer Kreuzungs-Ampelanlage erstellt. Diese Simulation sei in einigen Wochen fertig und werde dann als Entscheidungshilfe für die bessere Lösung dienen. Ringel selbst scheint derzeit eher einer Kreisverkehrlösung zugeneigt.

Einzelne Stimmen aus der SPD, der FDP sowie aus dem BBB stellten in Frage, ob der zunehmende Verkehr wirklich alleine über eine Neugestaltung der Viaduktkreuzung aufgefangen werden könne. Der Stadtverordnete Witoska (SPD) warf ebenso wie BBB-Sprecher Rabold die Frage auf, ob man denn nicht einen zusätzlichen Außenanschluss der alten, nach Süden verlaufenden B45 an die neue B45 einplanen sollte, um durch diesen zweiten „Ausgang“ den Verkehr zu entzerren.

Auch Gerd-Jürgen Jesse (FDP) äußerte Misstrauen in allzu positive Planungsprognosen, sei doch an dem bestehenden Verkehrsverlauf im „Galgengarten“ schon so oft „herumgemurkst“ worden, ohne dass man mit der Situation seinen Frieden habe schließen können. Wie solle denn die Geometrie des neuen Verkehrsknotenpunktes aussehen, so Jesse. Alexander Rabold (BBB) präsentierte sogar gleich einen ganzen Fragenkatalog zu den Auswirkungen des neuen Gewerbegebietes, wollte wissen, welche Gewerbeansiedlungen beabsichtigt seien, welche Arbeitsplätze zu erwarten seien, und welche Kosten entstehen werden. Fragen, deren Beantwortung den Magistratsvertretern an diesem Abend jedoch noch zu früh erschien.

CDU-Sprecher Reiner Keim versuchte zwar ob der wiederholten, skeptischen Fragen mit Verweis auf die Terminplanung auf das Tempo zu drücken, konnte aber damit die Skepsis bei vielen Ausschussmitgliedern nicht zerstreuen. Nach der Ernüchterung vor einigen Jahren, als sich das Galgengarten-Gebiet entgegen den anfänglich euphorischen Erwartungen als Bereich mit hochdichtem Verkehrsaufkommen entpuppt hatte, zeigt sich heute eine deutliche Sensibilität der Stadtverordneten für das Thema. Die heutige Situation, dass im Bruchköbeler Parlament keine Partei mehr alleine für sich per absoluter Mehrheit „Ihren“ Weg durchsetzen kann, könnte diesem Projekt gut tun.

(Veröff. im „Bruchköbeler Kurier“ vom 6.11.09)

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